Apropos Rechtschreibreform...

wussten Sie,

...dass seit der Rechtschreibreform zwei weitere Duden herausgegeben worden sind, u.a. das Praxiswörterbuch des Dudens (was impliziert, dass die anderen nicht praxisorientiert waren)?

...dass die meisten größeren Zeitungsverlage ihre eigene Rechtschreibung pflegen (die ausgefeilteste soll übrigens die der  ZEIT sein), die FAZ sogar komplett wieder zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt ist?

...dass die Lehrer angewiesen sind, nach dem neuesten Duden zu unterrichten, obgleich einige vom Duden als verbindlich vorgegebene Regeln in den Medien gar nicht erscheinen?

...dass etwa 60% der neu erschienenen Bücher in Deutschland in der alten Rechtschreibung geschrieben sind?

...dass die deutschen Schriftsteller im Rahmen des PenClubs zwar energisch gegen die Rechtschreibreform protestiert haben, aber leider viel zu spät, weshalb der Verein jetzt auch "PennClub" genannt wird?

Unsere Schüler lernen also nach dem neuesten Duden, sie lesen die Zeitung in der -  jeweils redaktionell unterschiedlich abgewandelten - neuen Rechtschreibung, Bücher jedoch in der alten RS, es sei denn, es handelt sich um Schulbücher oder um Ausgaben der Jugendbuchverlage oder einiger sich modern gebender Editoren...

Heinrich Heine sagte in weiser Voraussicht:
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht..."

Manchmal haben Dichter ja so Recht.

Folgende Begebenheit hat sich tatsächlich so zugetragen:

Fax an die Dudenredaktion:
"Ich muss ein medizinisches Buch redigieren. Können Sie mir bitte erklären: Warum werden folgende Begriffe mal klein, mal groß, mal zusammen, mal getrennt geschrieben?

Blut bildend
blutdrucksenkend
Blut saugend
blutstillend"

Die Redaktion faxte zurück: "In Ihrem Falle empfehlen wir, die Begriffe einheitlich zu schreiben."

Doch das darauf folgende Fax: "Und warum haben Sie das nicht getan?"
blieb unbeantwortet...

Wer noch prägnantere Einzelheiten zu diesem Thema lesen möchte, der klicke bitte hier.
 
 

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